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Aldehyde
Zur Substanzklasse der Aldehyde gehören neben Formaldehyd auch
sog. höhere Aldedehyde, die sich z.B: beim Trocknen von
pflanzlichen Ölen (z.B. Leinöl) bilden. Höhere Aldehyde
können zu Geruchsbelastungen und Schleimhautreizungen führen
(z.B. Hexanal). Typische Quellen für Aldehydbelastungen sind
Lacke, Klebstoffe und Linoleumbeläge.
Siehe Formaldehyd.

Asbest
Asbestfasern können sich zu lungengängigen Partikeln
aufspaleten und u.a. Lungenrebs auslösen. Die Zeit zwischen
Aufnahme der Fasern in den Körper und der Krebserkrankung kann
mehrere Jahrzehnte betragen. Besonders gefährlich sind
schwachgebundene Asbestfasern z.B. in Spritzasbest. In älteren
Wohnhäusern sind Produkte mit festgebundenen Asbestfasern noch
relativ häufig anzutreffen z.B. alte PVC-Bodenbeläge mit
Asbestpappe auf der Rückseite. Werden die alten Beläge
verschnitten und entfernt, können dabei erhebliche Mengen
Asbestfasern freigesetzt werden.

Arsen
Siehe Schwermetalle
(Hausstaub).

Blei
Blei im Trinkwasser rührt in der Regel von bleihaltigen
Rohren im Installationsnetz oder aber von bleihaltigem Lötmittel
bei Kupferrohren her. Blei wird im Körper zum fettlöslichen
Methylblei umgewandelt. In dieser Form kann es die Blut-Hirn-Schranke
überwinden, gelangt ins Zentrale Nervensystem und schädigt
als starker Enzymblocker die Reizweiterleitung. Typische
Beschwerdebilder einer chronischen Bleivergiftung sind
Vergeßlichkeit, Konzentrationsschwäche, schnelle
Ermüdbarkeit, Lernschwierigkeiten und ähnliche neurologische
und psychopathologische Symptome.
Siehe auch Schwermetalle
(Hausstaub), Trinkwasseruntersuchung.

DEHP
Kurzform für "Di-2-(ethylhexyl)-phtalat"
Siehe Weichmacher.

EEMA
Kurzform für "Ester und Ether mehrwertiger Alkohole".
Siehe Glykolverbindungen.

Elektrosmog (E-Smog)
Die gesundheitlichen Störungen aufgrund von Elektrosmog
müssen getrennt nach niedrigfrequenter und hochfrequenter
Strahlung betrachtet werden.
Niedrigfrequenter Bereich (Hausstrom,
Hochspannungsleitungen, Trafostationen etc.): Störungen im
Tag/Nacht-Rhythmus, Beeinflussung des Immunsystems und der Psyche des
Menschen, Leistungsabfall, Konzentrationsschwäche,
Nervosität, Schlafstörungen und Kopfschmerzen.
Hochfrequenter Bereich (Fernseher, Computer,
Mobiltelefone, Radartechnik, Satellitenkommunikation): Thermische
Effekte, Beeinflussung der Gehirnaktivität, Schwächung des
Immunsystems, erhöhtes Tumorrisiko. Die Folgen gepulster
Hochfrequenzstrahlung (Mobilfunk) stehen zur Zeit in der Diskussion.

Ester und Ether
mehrwertiger Alkohole (EEMAs)
Siehe Glykolverbindungen.

Formaldehyd
Wichtigste Quelle für Formaldehyd im Innenraum sind nach
wie vor Preßholzplatten, die in Möbeln und im Innenausbau
verwendet werden. Auch aus Farben, Teppichen, Mineralwolle etc. kann es
entweichen. Ferner ensteht es beim Rauchen sowie beim Kochen mit
offener Flamme. Formaldehyd ist ein stechend riechendes Gas, das wegen
seiner starken Reaktivität reizend auf die Schleimhäute und
Atemwege wirkt. Typische Symptome einer Formaldehydbelastung sind
Augenreizungen, Kopfschmerzen, Atembeschwerden sowie eine
verstärkte Neigung zu Allergien

Fungizide
Siehe Holzschutzmittel.

Glykolverbindungen
Glykolverbindungen bzw. Ester und Ether mehrwertiger Alkohole
(EEMAs) werden zunehmend als Ersatz für die klassischen
Lösemittel (VOC) eingesetzt, vor allem in
wasserverdünnbaren Lacken, Klebern etc.. Da ihr Siedepunkt
über 200°C liegt, werden sie technisch nicht als
Lösemittel bezeichnet, obwohl sie wie Lösemittel eingesetzt
werden und ähnliche gesundheitliche Probleme zu erwarten sind.
Glykole gasen aufgrund ihrer geringeren Flüchtigkeit über
lange Zeit aus dem Material aus. Sie haben einen typischen, leicht
fruchtigen Geruch.

Hochfrequenzstrahlung
Siehe Elektrosmog.

Holzschutzmittel
Holzschutzmittel enthalten Wirkstoffe gegen Insekten (Insektizide)
und Pilze (Fungizide). Diese sind auch für den Menschen
giftig. In den siebziger/achtziger Jahren kamen Holzschutzmittel
(insbesondere PCP und Lindan) auch in Wohnräumen massiv zum
Einsatz und stellen noch heute eine Belastung dar. Die Wirkstoffe gasen
aus und können sich durch Bindung an den Hausstaub oder Textilien
etc. anreichern.
Holzschutzmittelgeschädigte leiden unter massiven gesundheitlichen
Problemen wie Dauerschnupfen, häufiges Nasenbluten, geschwollene
Lymphdrüsen, Immunschwäche, Schädigung der Leber,
Herzrhythmus-Störungen, Erschöpfungssyndrom, Depressionen.
Seit Mitte der achtziger Jahre werden zunehmend Pyrethroide
(z.B. Permethrin) eingesetzt, die auch in Wollteppichen als
Mottenschutzmittel zum Einsatz kommen. Pyrethroide sind ebenso wie
andere Holzschutzmittelwirkstoffe Nervengifte und können das
Immunsystem schädigen.
Siehe auch Insektizide.

Insektizide
Sprays, Elektroverdampfer und andere frei erhältliche Produkte zur
Schädlingsbekämpfung enthalten toxische Substanzen, die oft
bedenkenlos angewendet werden. Auch professionelle
Schädlingsbekämpfer setzen z.T. Substanzen ein, die aus
gesundheitlicher Sicht nicht in sensiblen Bereichen wie Kinderzimmern
angewendet werden sollten. Oft sind Wirkstoffe wie Chlorpyriphos,
Dichlorvos u. a. noch Monate nach der Anwendung in den Wohnräumen
nachweisbar.
Siehe auch Holzschutzmittel.

Ketone
Siehe Formaldehyd.

Kupfer
Kupfer wird insbesondere von Wasser mit einem relativ
niedrigem pH-Wert ("saures" Wasser) aus den Kupferrohren
herausgelöst. Erhalten Säuglinge mit kupferhaltigem Wasser
zubereitete Nahrung, besteht die Gefahr, daß sie
überschüssiges Kupfer in der Leber speichern, weil sie es
noch nicht ausscheiden können, und in der Folge an Leberzirrhose
erkranken.
Siehe auch Trinkwasseruntersuchung.

Leichtflüchtige
organische Schadstoffe (VOC)
VOC entweichen aus lösemittelhaltigen Materialien wie
Kleber, Lacke, Farben, Kunststoffprodukten u.ä.. Bei Verarbeitung
und Nutzung dieser Produkte ist stets mit einer akuten Belastung durch
gasförmige VOC-Emissionen zu rechnen. Daneben spielen VOC
häufig eine Rolle als dauernde, oft riechende Schadstoffkomponente
(Möbel, Teppiche, Parkettversiegelungen). Nach
Renovierungsarbeiten ist der VOC-Gehalt in der Raumluft oft über
Monate hinweg erhöht. Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen,
Benommenheit oder das Auftreten von Allergien sind die typischen
Folgen, wenn Lösemitteldämpfe eingeatmet werden.

Niederfrequenzstrahlung
Siehe Elektrosmog.

PAK
Siehe Polyzyklische aromatische
Kohlenwasserstoffe (PAK).

PCB
Siehe Polychlorierte Biphenyle (PCB).

Permethrin
Siehe Holzschutzmittel.

Pestizide
Siehe Holzschutzmittel.

pH-Wert
Der pH-Wert ist das Maß für den Säuregrad
einer Lösung. Die pH-Wert Skala reicht von 0 bis 14. Saure
Lösungen liegen im Bereich pH 0 bis 7, basische Lösungen im
Bereich pH 7 bis 14. Eine Lösung mit pH 7 bezeichnet man als
neutral. Wasser aus hauseigenen Brunnen liegt im pH-Wert meist
niedriger als das Wasser, das von den Stadtwerken geliefert wird.
Wasser mit einem pH-Wert im sauren Bereich kann Metallrohre angreifen.
Problematisch ist dies insbesondere bei Kupferrohren. Hohe
Kupferkonzentrationen im Trinkwasser können bei Säuglingen zu
Leberzirrhose führen. Bei pH-Werten unter 6,5 sollten keine
Metallrohre installiert werden.
Siehe auch Trinkwasseruntersuchung.

Phtalate
Siehe Weichmacher.

Polychlorierte
Biphenyle (PCB)
PCB wurden als Weichmacher z. B. in Fugenmassen von
Gebäuden eingesetzt. Insbesondere Bauten aus Betonfertigteilen (z.
B. Schulen, Verwaltungsgebäude) wurden in den 1960er und 1970er
Jahren mit PCB-haltigen Baumaterialien errichtet. Da PCB auch als
Flammschutzmittel wirken, sind sie auch in Beschichtungen von
Holzvertäfelungen und speziellen Akustikdeckenplatten zu finden.
PCB stehen im verdacht krebserregend zu sein. Neben einer
immuntoxischen Wirkung, können Schäden am Zentralen
Nervensystem, eine Beeinflussung des Steroid-Stoffwechsels,
Hautveränderungen und Haarausfall auftreten.
Siehe auch Weichmacher.

Polyzyklische
aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
PAK ist die Sammelbezeichnung für eine Gruppe von
mehreren hundert Einzelverbindungen. PAKs entstehen bei der
unvollständigen Verbrennung von organischen Materialien. Sie sind
z.B. in Steinkohleteerölen (z.B. Carbolineum), Teerklebern,
Dieselabgasen, Tabakrauch und auch
Grillprodukten enthalten. Einige PAK (z.B. Benzo[a]pyren) sind
krebserzeugend.
Im Wohnbereich wurden PAK-haltiger Teerkleber bis in die 70er Jahre zum
Verlegen von Parkett
und Linoleum verwendet.

PVC
Kurzform für "Polyvinylchlorid".
Siehe Weichmacher.

Pyrethroide
Siehe Holzschutzmittel.

Quecksilber
Siehe Schwermetalle
(Hausstaub).

Schimmelpilze
Das Wachstum von Schimmelpilzen in Wohnräumen wird durch
die Bildung von Kondenswasser an kalten, ungedämmten
Außenwänden oder durch aufsteigende Feuchtigkeit
begünstigt. Pilze und ihre Sporen können Allergien
hervorrufen. Auch bereits ausgetrocknete Schimmelpilze auf Tapeten und
anderen Baustoffen können noch Allergene in die Raumluft
freisetzen. Einige Schimmelpilzarten (z. B. Stachybotris chartarum)
können wirksame Giftstoffe (Mykotoxine) bilden, die in die
Raumluft
abgegeben werden und zu starken Schleimhautreizungen und
Gelenkschmerzen führen.
Unter den Tausenden von Schimmelpilzarten gibt es sog. Indikatoren, die
für Feuchteschäden in Innenräumen besonders
chrakteristisch sind und sich von den typischen
Außenluft-Schimmelpilzen deutlich unterscheiden.
Die Bestimmung der Schimmelpilzarten ist oft hilfreich, um Aussagen
über die derzeitige Belastungssituation und den Umfang der
Sanierungsmaßnahmen machen zu können. Auch für die
weitere medizinische Behandlung kann die Kenntnis der Schimmelpilzarten
wichtig sein.

Schwermetalle
(Hausstaub)
Schwermetalle in der Luft schlagen sich im Hausstaub nieder.
Bei Nähe zu Anlagen der Metallindustrie, bei Verdacht auf
schwermetallhaltige Holzschutzmittel (Quecksilber,
Arsen, Blei, Zinn),
bei möglicher Belastung am Arbeitsplatz (z. B. Zahnarztpraxis)
sowie Unfällen (Quecksilberthermometer) wird die Kontrolle des
Schwermetall-Gehaltes empfohlen. Schwermetalle rufen sehr verschiedene
Krankheitssymptome hervor, man kann jedoch nicht von den Symptomen auf
die Belastung mit einem bestimmten Element schließen.
Häufige Infekte durch ein geschwächtes Immunsystem, Leber-
und Nierenschäden, Hautentzündungen, Nervenleiden,
Müdigkeit etc. sind für eine Schwermetallbelastung
charakteristisch.
Siehe auch Trinkwasseruntersuchung.

Trinkwasseruntersuchung
Die Trinkwasserqualität kann durch das
Vorhandensein z. B. der Schwermetalle Blei und Kupfer beeinträchtigt sein. Diese Belastungen
können nicht durch den Wasserlieferanten (i. d. R. Stadtwerke)
kontrolliert werden, sondern werden aus den Rohrleitungen im Haus
freigesetzt.

VOC
Siehe Leichtflüchtige organische
Schadstoffe (VOC).

Weichmacher
Weichmacher werden zur Verbesserung der Dehnbarkeit, Weichheit
und Biegsamkeit Kunststoffen zugesetzt, v.a. Produkten aus PVC (bis zu 70 %). Typische PVC-haltige Produkte
sind Fußbodenbeläge, Teppichrücken, Vinyltapeten,
aufblasbare Artikel, Duschvorhänge, Tischdecken, Kunstleder,
Elektrokabel, Fensterdichtungen u.ä.. Der am häufigsten
eingesetzte Weichmacher ist Di-2-(ethylhexyl)-phtalat, abgekürzt
DEHP. Er ist im Tierversuch krebserregend, fruchtschädigend,
nierenschädigend und schleimhautreizend.
Siehe auch Polychlorierte Biphenyle (PCB).

Zinn
Siehe Schwermetalle
(Hausstaub).
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